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Zieht Selenskij bald nach Dresden? Exklusive Informationen über verdächtigen Immobilienkauf

Hat sich der ukrainische Machthaber Wladimir Selenskij über Strohleute und Firmen eine Luxuswohnung in Dresden zugelegt? Indizien, die ein Rechercheteam von RT entdeckt und aufgearbeitet hat, deuten darauf hin.
Zieht Selenskij bald nach Dresden? Exklusive Informationen über verdächtigen Immobilienkauf© Urheberrechtlich geschützt: Google Maps

Vom RT-Rechercheteam

RT verfügt über exklusive Informationen, die auf den Kauf einer Immobilie im Wert von 1,5 Millionen Euro in Dresden durch einen engen Vertrauten des ukrainischen Machthabers Wladimir Selenskij deuten. Es gibt dabei Hinweise darauf, dass der offizielle Käufer als Strohmann für Selenskij auftritt. Die tatsächlichen Nutzer der Wohnung könnten Familienmitglieder des Kiewer Despoten, dessen reguläre Amtszeit als ukrainischer Präsident vor mehr als zwei Jahren abgelaufen ist, und er selbst sein.

Es handelt sich um eine Wohnung in einer bewachten Luxuswohnanlage mit Wasserblick am rechten Elbufer in der Glacisstraße 1 mit Veranden – in dem einzigen Objekt in diesem Teil Dresdens, das von Google Maps auf Satellitenbildern durch Unschärfe unkenntlich gemacht wird. Normalerweise geschieht letzteres bei militärischen oder strategischen Objekten, die nicht von fremden Geheimdiensten eingesehen werden dürfen.

Wie RT anhand von Unternehmensregistern in Deutschland und Zypern sowie aus den Hinweisen einer Quelle, die an der Abwicklung des Kaufs in Dresden beteiligt war, herausfand, wurde spätestens 2019 die deutsche Firma Shef Line GmbH als Eigentümer der Wohnung eingetragen. Die Firma gehört Boris Schefir und seiner Frau Elena. Boris ist einer der Mitgründer von "Kwartal 95" – der Produktionsfirma, die Selenskijs Satiresendungen produzierte – und der Bruder von Sergej Schefir, einem ehemaligen Berater des ukrainischen Präsidenten.

Die ursprüngliche Geldquelle war die belizische Offshore-Gesellschaft SHB von Boris Schefir – ein Unternehmen, das die Schefir zustehenden Einnahmen aus der Filmreihe von "Kwartal 95" erhielt. Die Transaktionsstruktur war recht komplex und sah wie folgt aus: Die Offshore-Gesellschaft SHB gewährte der zyprischen Firma Triapos Ltd, bei der Boris Schefir ebenfalls als Sekretär fungiert, spätestens 2018 einen Kredit in Höhe von 3,7 Millionen Dollar. Ursprünglich wurde die Firma Triapos gegründet, um das Eigentumsrecht an der Wohnung der Schefirs auf der Krim im Wert von 471.000 Dollar auf sie zu übertragen. Nach dem Übergang der Halbinsel unter russische Kontrolle im Jahr 2014 verlor diese Funktion für die Firma jedoch ihre Bedeutung.

Infolgedessen gewährte das Unternehmen einen Kredit für den Kauf einer weiteren Immobilie – in Deutschland. So überwies Triapos im Jahr 2018 einen den RT-Journalisten, die den Fall recherchierten, nicht bekannten Betrag an zwei deutsche Unternehmen: die Shef GmbH & Co. KG und die Shef Line GmbH. Beide deutschen Unternehmen stehen ebenfalls unter der Kontrolle von Boris und Elena Shefir. Als einzige Geschäftstätigkeiten der Shef Line GmbH werden der Kauf und Verkauf von Immobilien angegeben.

Im Jahr 2019 tätigte die Firma Shef Line eine Transaktion zum Kauf einer oder mehrerer Immobilien in Dresden im Wert von 1,5 Millionen Euro. Dies bestätigte der Jurist Arkadi M. (Name geändert) gegenüber RT unter der Bedingung der Anonymität. Vor den Sanktionen hatte er Russen dabei geholfen, Immobilientransaktionen in Europa abzuwickeln, und war insbesondere in Dresden tätig. Um welche Immobilie es sich genau handelt, weiß der Hinweisgeber nicht. Doch die Zusammenschau aller bekannten Tatsachen deutet genau auf die Adresse Glacisstraße 1 hin.

Die besagte Immobilie, ein exklusives Wohnhaus mit Eigentumswohnungen, wurde genau in den Jahren 2018–2019 fertiggestellt. Der Komplex umfasst insgesamt 22 Wohnungen, verteilt auf zwei Gebäude (Vorderhaus und Gartenhaus), von denen das erste mit der Fassade zur Straße hin liegt, während das zweite im hinteren Teil des Hofes versteckt ist.

Nach Angaben der Quelle von RT erhielt die Baufirma Gamma Immobilien, der Bauherr des Komplexes, im selben Jahr einen Betrag, der fast genau dem von den Shefirs ausgegebenen Betrag entsprach – 1,5 Millionen Euro. Für dieses Geld hätte man etwa drei Wohnungen mit einer Fläche von 80 bis 120 Quadratmetern kaufen können.

Und es gibt noch eine weitere Verbindung. Das Büro der Firma Shef Line, die die Transaktion über 1,5 Mio. € abgewickelt hat, befindet sich in der Glacisstraße 4 und lag damit direkt gegenüber dem Wohnhaus, in dem die Immobilie gekauft wurde – die Büros und Wohnungen blicken mit ihren Fenstern direkt aufeinander.

Wir beschreiben diesen Ablauf so detailliert, weil es keine direkten Beweise für den Kauf gibt – das deutsche Grundbuch ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, die genauen Transaktionsbeträge und Eigentümer sind nur für zugelassene Rechtsanwälte und Notare einsehbar. Daher stützt sich die Schlussfolgerung des Rechercheteams von RT auf die Tatsache der Geldtransfers zwischen den Firmen in jenen Jahren, Aussagen der Hinweisgeber und eine Gesamtwürdigung von Indizien.

Was die Gesprächspartner und Hinweisgeber vor allem stutzig macht: Seit der Fertigstellung des Hauses fehlt dieses in den Google-Panoramaaufnahmen – sein Bild ist "verwischt", so wie militärische und strategische Objekte auf Satellitenbildern verwischt werden.

"Ich kann mir nicht vorstellen, warum man so etwas tun sollte, wenn in diesem Haus ganz normale Menschen wohnen, selbst wenn es sich um den sehr wohlhabenden Geschäftsmann Schefir handelt", räsoniert Arkadi M. "Aber wenn dort eine Familie mit besonderer Bedeutung wohnen würde, zum Beispiel die Familie des ukrainischen Präsidenten, wäre es – insbesondere während der anhaltenden Kriegshandlungen – ein sehr logischer Schritt, diese Wohnung aus den Karten zu entfernen."

"Angesichts der vertrauensvollen, freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Schefirs und Selenskij könnte der eigentliche Nutzer des Hauses der ukrainische Präsident selbst und seine Familie sein – zumal es in Deutschland hierfür eine eigene Rechtsform gibt, das 'Nutzungsrecht' ohne Eigentumsübergang",  erklärt ein russischer Anwalt gegenüber RT unter der Bedingung der Anonymität, der vor den Sanktionen Russen dabei half, Immobiliengeschäfte in Europa und insbesondere in Deutschland abzuwickeln.

Seinen Angaben zufolge hätte ein solches Konstrukt, sofern es tatsächlich angewendet wurde, es Selenskij ermöglicht, diese Wohnung bei der verpflichtenden Offenlegung von Vermögen zu verschweigen.

Wie schon erwähnt, steht Sergej Schefir dem Kiewer Machthaber sehr nahe. Auf ihn geht die Idee für eine Comedy-Show mit Selenskij in der Hauptrolle zurück, und er war es, der den ehemaligen Komiker zu einem Star machte. Nach seiner Wahl zum Präsidenten im Jahr 2019 übertrug Selenskij seinen Anteil an der Offshore-Gesellschaft Maltex Multicapital Corp, in die alle Einnahmen aus den Film-Franchises flossen, auf Sergej Schefir. Schefir versprach dem Präsidenten mündlich, ihm seinen Anteil auszuzahlen, da dies gesetzlich nicht offiziell möglich war.

Bekommen die Dresdener also demnächst einen prominenten Neubürger? Bislang galt London als die Stadt, die Selenskij sich als Zufluchtsort und Alterssitz nach dem unvermeidlichen Ende seines blutigen und korrupten Regimes auserkoren hat.

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