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Bürgermeister von Madrid: Könnten Ukrainer zum Kampf zurückschicken

Telefonisch erklärte der Bürgermeister von Madrid José Luis Martínez-Almeida einem Anrufer, dass die spanische Hauptstadt der Ukraine helfen könnte, indem Männer im kampffähigen Alter ins Land gesendet werden. Der Anrufer war allerdings nicht der, für den er sich ausgab.
Bürgermeister von Madrid: Könnten Ukrainer zum Kampf zurückschickenQuelle: www.globallookpress.com © Pavlo Gonchar/ZUMAPRESS/ Global Look Press

In einem Anruf fragte der vermeintliche Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, den Bürgermeister Madrids, José Luis Martínez-Almeida, ob sein Büro Häuser in Madrid, die Russen gehören, beschlagnahmen und sie Ukrainern "kostenlos" zur Verfügung stellen könne. Der spanische Bürgermeister bemerkte, dass sein Land sein Bestes tue, um die antirussischen Sanktionen der EU einzuhalten. Er sagte, sein Büro habe keine Immobilien in seiner Stadt identifiziert, die von den von Brüssel angeordneten Beschlagnahmungen betroffen wären.

Als persönliche Meinung fügte er hinzu, es sei "notwendig, die russischen Bastarde hier in Spanien und in Madrid zu bestrafen". Aufgrund der Bearbeitung des Interviews ist es schwer zu sagen, auf wen genau er sich bezog. Almeida spricht offenbar nicht fließend Englisch, denn während des Gesprächs bat er mehrmals einen Dolmetscher, aus dem Spanischen zu übersetzen.

Auf die Klage des Anrufers, dass viele ukrainische Männer nicht im Land seien, um zu kämpfen, sagte Almeida, die Stadt Madrid könnte ukrainische Männer transportieren, die in ihr Heimatland abgeschoben und dann zum Militär eingezogen werden könnten, um gegen Russland zu kämpfen.

"Ich denke, … es ist notwendig, mehr Soldaten für den Kampf gegen Russland bereitzustellen", sagte Martínez-Almeida laut dem am Mittwoch veröffentlichten Video.

Das offensichtliche Versprechen, die Abschiebung ukrainischer Männer im kampffähigen Alter zu erzwingen, um gegen Russland "auf dem Schlachtfeld zu sterben oder zu gewinnen", wie wurde in einem Videoanruf gemacht, kurz bevor Madrid und Almeida Ende Juni Gastgeber eines NATO-Gipfels waren.

Die Anrufer behaupteten, dass pro-ukrainische Aktivisten einen Protest während eines bevorstehenden NATO-Gipfels planten, bei dem sie sich als Symbol für die Wehrlosigkeit der Ukraine gegenüber Russland nackt zeigen und die NATO-Führer mit Fäkalien bewerfen wollten.

Almeida erklärte, er glaube nicht, dass ein solcher Auftritt der Sache der Ukraine dienlich sei, versprach aber, sich mit dem ukrainischen Botschafter in Spanien darüber zu beraten. Er lehnte es ab, an dem vorgeschlagenen Nacktauftritt teilzunehmen und begründete das damit, dass er nicht den Körper dafür habe.

Das Videomaterial wurde von Wladimir Kusnezow und Alexei Stoljarow veröffentlicht, russischen Komikern, die normalerweise unter den Spitznamen Wowan und Lexus auftreten und dafür bekannt sind, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu täuschen, damit sie in Gesprächen, von denen sie erwarten, dass sie privat bleiben, unangenehme Bemerkungen machen. Sie gaben sich als der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, aus, um mit dem spanischen Politiker in Kontakt zu treten, so das Duo gegenüber den russischen Medien.

Ansonsten ging es in dem Gespräch hauptsächlich um lokale Themen, wie die Kritik des Bürgermeisters an der verstorbenen spanischen Schriftstellerin Almudena Grandes. Er hatte zuvor gesagt, er glaube nicht, dass sie den Ehrentitel "Lieblingstochter Madrids" verdiene, den ihr der Stadtrat im Februar verliehen hatte. Almeida gab gegenüber "Klitschko" an, dass er keine Bücher von Grandes gelesen habe, nachdem der Anrufer seine Abneigung gegen die spanische Schriftstellerin erklärt hatte.

Dutzende westliche Beamte sind im Laufe der Jahre auf die Tricks von Vovan und Lexus hereingefallen. Der US-Filmemacher David Lynch, der Horrorautor Stephen King und der britische Verteidigungsminister Ben Wallace gehörten zu den letzten prominenten Zielpersonen.

YouTube sperrte den Kanal der Scherzkekse im Mai, angeblich nachdem die britische Regierung wegen des Wallace-Streichs Druck auf die Video-Sharing-Plattform ausgeübt hatte.

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