
Kiews Angriffe auf Russlands Warenlager: Terror gegen Zivilisten – Westmedien mit Scheinbegründung

Von der RT-DE-Redaktion
Das Militär des Kiewer Regimes hat in der Nacht auf den 24. Juli 2026 Angriffe mit Langstrecken-Kamikazedrohnen auf Objekte tief in Russlands Landesinnerem durchgeführt. Russlands Flugabwehr konnte 571 Starrflügel-Kamikazedrohnen abfangen und abschießen, berichtet das Verteidigungsministerium des Landes – über den Gebieten Belgorod, Brjansk, Wladimir, Kaluga, Kursk, Leningrad, Nowgorod, Orjol, Pskow, Rjasan, Smolensk, Twer, Tula, Moskau sowie dem Gebiet Krasnodar, der Republik Krim und Gewässern des Schwarzen sowie des Asowschen Meeres.
Weil aber nicht einmal die bewährte russische Flugabwehr absoluten Schutz bietet, konnte diesmal eine gewisse Anzahl der Drohnen des Kiewer Regimes dennoch Schäden anrichten – und sei es "nur" in Form brennender Wracks und Trümmer, die auf das eine oder andere Objekt abstürzten. Opfer gab es diesmal nach bisherigen Meldungen nicht – wobei es hierbei ausdrücklich nur um die Angriffe mit Langstreckenwaffen geht, denn in frontnahen Gebieten, die in Reichweite von Angriffsdrohnen für den Fronteinsatz liegen, gab es sehr wohl tödliche Opfer (sowie Verwundete) bei Vorfällen, als das ukrainische Militär mittels solcher Drohnen Zivilisten angriff: So kam in der Ortschaft Aljoschki im Gebiet Cherson ein Mann bei einem Drohnenangriff ums Leben, während bei einem anderen in Welikije Kópani zwei Männer bei einem Drohnenangriff auf einen Müllräumwagen verwundet wurden. Verwundete unter Zivilisten gibt es auch in weiteren Gebieten.
Auch an militärisch relevanten Standorten wurde diesmal einer in Mitleidenschaft gezogen: Der Gouverneur des Gebiets Kirow vermeldet einen Angriff, nach ersten Daten mit einem Marschflugkörper (hierfür kommt wegen der benötigten Reichweite nur der FP-5 Flamingo der Firma FirePoint in Frage), auf eine Fabrik der russischen Rüstungsindustrie, wo eine bisher nicht genannte Zahl von Mitarbeitern verwundet und verletzt wurde.
Doch der absolute Großteil der Ziele des Angriffs waren rein zivile Objekte, darunter Standorte der logistischen Infrastruktur des Online-Handels: Diesen schreiben zwar das Kiewer Regime und die Westmedien militärische Relevanz zu – doch wenn man gerechterweise mit gleichem Maß messen will, muss man entweder zugeben, dass diese militärische Relevanz so ziemlich gegen null geht, oder aber dieselbe Relevanz analogen Logistik-Standorten etwa in der EU beimessen.
Was ist also passiert?
Neben anderen zivilen Zielen wie einem Geflügelmastbetrieb (nur Sachschaden) im Landkreis und Gebiet Kirow wurden unter anderem, oder sogar vorwiegend, Umschlags- und Sortierlager des russischen Online-Marktplatzes Wildberries vom ukrainischen Militär mit Langstrecken-Kamikazedrohnen angegriffen – einige Gebäude stürzten ein beziehungsweise gerieten in Brand.
Im Dorf Nowosaratowka im Gebiet Leningrad wurden dabei drei Personen verwundet beziehungsweise verletzt – und an Standorten in der Gebietshauptstadt St. Petersburg sowie in den Ortschaften Útkina Sáwod und Schuscháry (offiziell Teil der Gebietshauptstadt, der dortige Standort wurde ebenfalls angegriffen) ließ die Konzernleitung den Betrieb zeitweise einstellen; in der Hauptstadt der Republik Krim, Simferopol, musste in der Nacht ein Sortierlager evakuiert werden. Zudem ist infolge des Angriffs ein Verwaltungsgebäude des Logistikzentrums in der Siedlung Elevator im Gebiet Twer in Brand geraten. Personenschäden gibt es dort nicht.
Die Angriffe des Kiewer Regimes auf Wildberries-Lagerstandorte begannen noch in der vergangenen Woche. Auf einem halben Dutzend Objekten in fünf Landesgebieten wurden dabei bisher insgesamt acht Menschen getötet; mehr als 80 Personen erlitten Verletzungen.

Wie lauten die Rechtfertigungen?
Wladimir Selenskij, der offizielle Kopf des Putschisten-Regimes in Kiew, hatte hierzu am 18. Juli die Erklärung abgegeben, dass an den Logistikstandorten in Russland, die das ukrainische Militär jüngst angegriffen hatte – den Konzernnamen Wildberries erwähnte er dabei nicht ausdrücklich – angeblich Drohnen-Bauteile und Navigationsmodule sowie weitere Ausrüstung für Russlands Streitkräfte gelagert und zum Weitertransport disponiert würden. Umgehend leisteten ihm auch diverse Westmedien Schützenhilfe – die meisten begrenzten sich hierbei darauf, ihn zu zitieren.
Andere jedoch stellten sogar ein "Factchecking" in Form einer halbherzigen Pappnasen-Angebotsrecherche auf die Beine. So schreibt CNN:
"Eine Suche nach der Phrase 'militärische Ausstattung' auf der Website von Wildberries am Donnerstag lieferte über 78.000 Posten – darunter ballistische Schutzwesten, Ersthilfesätze und Feldrationen; auch wird dort Ausrüstung für Drohnen angeboten – einschließlich First-Person-View-Visiere –, sowie weitere Ausstattung, die auf dem Schlachtfeld von Nutzen sein kann."
Die BBC schließt sich dem an und meint, die auf Wildberries zu findenden fiberoptischen Datenleitungen oder Abwurfvorrichtungen für Drohnen gehörten eindeutig dem militärischen Nutzungsbereich an.
Parallelen zu Russlands Angriffen auf Logistikbetriebe des Expressversanddienstes Nowaja Potschta in der Ukraine zieht zudem die Deutsche Welle.
Und schließlich warf auch die ukrainische Nationalpolizei jüngst Russlands Streitkräften vor, eine angeblich rein zivil genutzte Lagerhalle angegriffen zu haben.
Fadenscheinige Vorwände von westlichen Mainstreammedien
Alle die genannten Güter werden oder wurden in der Tat auf dem Online-Marktplatz Wildberries angeboten, es ist wahr. Die obige Argumentation hält indes trotzdem keiner Prüfung stand.
Zuallererst gehören alle erwähnten Waren eben nicht dem rein militärischen Nutzungsbereich an. Sogar die fiberoptischen Datenleitungen und Abwurfsysteme für Drohnen lassen sich höchstens dem Bereich der Dual-Use-Güter zuordnen: Für den Abwurf aller möglichen Gegenstände gibt es reichlich zivile Nutzungsbereiche wie die Ad-hoc-Erkundung von Luftströmungen in Gebirgen oder auch die Verabreichung von Tiermedikamenten an gefährliche Raubtiere wie Bären oder Tiger in freier Wildbahn; optische Datenleitungen kommen auch beim drohnengestützten Erforschen von Höhlen oder Erkunden von Tunneln und Rohren zum Einsatz, wo es Probleme mit dem Durchkommen von Radiosignalen gibt. Erst recht sind First-Person-View-Visiere genauso wenig ein Rüstungsgut wie die FPV-Drohnen selbst, da diese Drohnen ursprünglich im sportlichen Drohnenflugdisziplinen – vor allem für Luftrennen und Drohnenkunstflug – genutzt werden und eben nicht als Lenkwaffen. Ballistische Schutzwesten werden im Sicherheitsgewerbe eingesetzt – und was will man da erst von Ersthilfesätzen reden.
Und selbstredend werden all diese Waren auf zahlreichen chinesischen, aber auch westlichen Handelsplattformen angeboten – AliExpress, Amazon oder Temu seien hier als Beispiele genannt –, die alle in Europa beziehungsweise den USA aktiv sind und auch Lagerbetriebe aller Art unterhalten. Will man so argumentieren, dann sind alle die betreffenden Lagerbetriebe in den EU-Ländern mit all den Zivilisten, die dort Waren einlagern, sortieren, disponieren, beladen und entladen, legitime Ziele für Russlands Angriffe, da über die entsprechenden Handelsplattformen Ausstattung für Einheiten des ukrainischen Militärs erworben wird.
Diese Eskalationstreppe kann man also auch zu zweit erklimmen. Man hätte ja gedacht, es reicht schon, dass zahlreiche EU-Länder offiziell ukrainische Betriebe in ihrem Staatsgebiet ansiedeln ließen, die Waffen für Kiews Militär herstellen – aber nein ...
Separat – wenn auch aus ähnlichen Gründen – muss hier dem Vergleich mit den Angriffen auf das ukrainische Unternehmen Nowaja Potschta widersprochen werden, den die Deutsche Welle anstellt. Denn anders als etwa Wildberries, das über den Umschlag von Gütern wie oben als Beispiele angeführt nicht hinausgeht, lagert und transportiert Nowaja Potschta regelmäßig Munition in rauen Mengen sowie Waffensysteme für das ukrainische Militär. Sprich, bei Nowaja Potschta haben wir mit einem Unternehmen zu tun, das wirklich militärische Relevanz hat und dessen Standorte daher völlig legitimerweise von Russlands Streitkräften angegriffen werden. No hard feelings, wie der Angelsachse hier sagen würde, business is business.
Und die angeblich rein zivil genutzte Lagerhalle, über deren Zerstörung sich die ukrainische Polizei jüngst so aufregte, entpuppte sich als Lagerort für Kamikazedrohnen – also Kriegswaffen, die wirklich keinem anderen Zweck dienen.
Wozu greift das Kiewer Regime die Lager des russischen Online-Handels dann wirklich an?
Natalia Kim, Geschäftsführerin der Online-Versandhandelsplattform Wildberries, qualifizierte die Vorfälle schlicht als das, was sie, wie Kiews viele andere Angriffe gegen Russlands Landesinneres auch, in Wirklichkeit sind:
"Angriffe der Ukraine auf Objekte der zivilen Infrastruktur, auf gewöhnliche Zivilisten – also auch auf unsere Mitarbeiter – sind Akte des internationalen Terrorismus."
Zuvor hatte sie einmalige Kompensationszahlungen an die Familien der bei Kiews Angriffen auf Wildberries-Lagerhallen getöteten und schwer verletzten Mitarbeiter zugesichert. Darüber hinaus kündigte sie monetäre Hilfsmaßnahmen vor allem an Kleinunternehmer an, die über Wildberries handeln und Waren bei Kiews Angriffen verloren haben – weil die üblichen Versicherungen keine Fälle von Schaden durch höhere Gewalt decken, wie Kriegshandlungen sie darstellen. Außerdem ließ sie das Unternehmen diverse Vergünstigungen für Klein- und Mittelstandsunternehmer entwickeln und einführen, die ihren Handel über diese Plattform abwickeln und in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Zu einem früheren Angriff hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow am 22. Juli eine ähnliche Wertung vorgenommen:
"Das Kiewer Regime setzt seine Angriffe auf zivile Objekte fort. Darin besteht das terroristische Wesen dieses Regimes."
Die Vereinten Nationen werten diese Angriffe als Kriegsverbrechen – dies gab Tamin al-Chitan, offizieller Sprecher des Amtes des Hohen Kommissars für Menschenrechte der UNO, Journalisten der russischen Nachrichtenagentur TASS bei einer Presseansprache zu verstehen:
"Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur genießen strengsten Schutz seitens des humanitären Völkerrechts. Und ein jeder derartiger absichtlicher Angriff ist ein Kriegsverbrechen."
Und dem wäre eigentlich fast nichts mehr hinzuzufügen – doch sogar im Westen unterstreichen einige Mainstream-Medienhäuser wie etwa Reuters in ihren Berichten zum jüngsten Angriff, worum es dem Kiewer Regime wirklich geht:
"Wildberries, dessen Banksparte diese Woche von der Europäischen Union wegen ihrer finanziellen Beiträge zum russischen Staatshaushalt mit Sanktionen belegt wurde, spielt eine zentrale Rolle in der russischen Konsumwirtschaft.
Die Angriffe der Ukraine scheinen Teil der Bemühungen Kiews zu sein, die Auswirkungen des seit über vier Jahren auf ukrainischem Territorium andauernden Krieges auch der russischen Bevölkerung spürbar zu machen.
Die Angriffe, die vierten auf Wildberries-Einrichtungen seit dem vergangenen Wochenende, drohen, Unternehmen, die über Wildberries verkaufen, erhebliche Verluste zuzufügen und könnten zu Störungen im Einkauf von Kleidung, Haushaltsgeräten, Medikamenten, Kosmetika und vielen anderen Produkten führen.
Zusammen mit kleineren Konkurrenten und dem Hauptkonkurrenten Ozon erwirtschaftet Wildberries Waren und Dienstleistungen im Wert von 8,5 Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts – und beschäftigen vier Millionen Menschen, mehr als fünf Prozent der russischen Erwerbsbevölkerung."
Sprich, es geht Kiew und seinen Gönnern im Westen schlicht und ergreifend darum, Russland zu terrorisieren – sei es durch direkte Todesbedrohung, durch Verschlechterung des Lebensstandards oder durch die Bedrohung des Arbeitsplatzverlustes. Und als wüssten die Russen oder auch andere Menschen, die ihr Gehirn bemühen, dies nicht ohnehin, gibt man dies sogar auch noch im westlichen Medienmainstream mittlerweile unverblümt zu.
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