Nordamerika

Medienberichte: Uneinigkeit in den USA über Lieferung neuartiger Munition an Kiew

Die meisten US-Senatoren befürworten die Lieferung von ATACMS-Raketen für HIMARS-Raketenwerfer an die Kiewer Behörden. Dies berichtete Daily Beast. Gleichzeitig wolle Bidens Regierung die Entsendung nicht überstürzen, weil sie eine Eskalation mit Russland befürchte.
Medienberichte: Uneinigkeit in den USA über Lieferung neuartiger Munition an KiewQuelle: Gettyimages.ru © Sherbien Dacalanio/Pacific Press/LightRocket

Während einige US-Senatoren den ukrainischen Streitkräften Langstreckenraketen zur Verfügung stellen wollen, möchten andere zunächst die militärischen Pläne Kiews für den Einsatz der Systeme abwarten, oder sie sind besorgt, dass die militärischen Reserven des Pentagons zur Neige gehen. Dies berichtete die Zeitung Daily Beast.

Das angebliche Zögern des Weißen Hauses, Kiew ATACMS-Raketen für die HIMARS-Raketenwerfer zu schicken, scheint die Situation weiter zu verkomplizieren. Die Regierung im Weißen Haus betrachtet diesen möglichen Schritt als Eskalation gegenüber Russland.

Bislang hat das Pentagon der Ukraine 16 hochmobile Artillerieraketensysteme HIMARS sowie Munition für gelenkte Mehrfachraketen (GMLRS) mit einer Reichweite von etwa 70 Kilometern geliefert. Kiew fordert jedoch ATACMS-Raketen an, die eine Reichweite von fast 300 Kilometern haben.

Senator Marco Rubio ist besorgt darüber, dass die USA nicht über hinreichend viele ATACMS verfügen, deren Herstellung viel Zeit in Anspruch nimmt. Das Pentagon habe derzeit zwischen 1.000 und 3.000 solcher Raketen in seinem Arsenal, so Daily Beast.

Senatorin Jacklyn Rosen sagte der Zeitung, sie wolle die strategischen Pläne der Ukraine kennen, bevor sie Anträge auf Munition mit größerer Reichweite prüfe. Sie erklärte:

"Wir müssen sehen, wie ihr strategischer Plan aussieht. Was wir tun müssen, was die Ukraine tun muss und woran wir mit ihnen zusammenarbeiten, das ist, einen strategischen Plan für die Zukunft zu entwickeln und dann sicherzustellen, dass wir ihnen die angemessene Hilfe geben, die sie für die Umsetzung dieses Plans benötigen."

Anfang Juni hatte die Zeitung The New York Times berichtet, dass Kiew die Partner in Washington über seine Strategie weitgehend im Unklaren lässt. Letzte Woche enthüllte jedoch ein hochrangiger ukrainischer General die Beteiligung des US-Militärs an der Leitung der HIMARS-Schläge.

Oberstleutnant Garron J. Garn, ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, erklärte gegenüber Daily Beast, dass die USA "den Ukrainern eine Reihe von Fähigkeiten zur Verfügung stellen, die in dem Kampf, an dem sie beteiligt sind, angemessen sind, und zwar auf der Grundlage der Anforderungen, die die Ukrainer an uns gestellt haben". Die derzeit bereits gelieferte Munition könne der Ukraine helfen, "die meisten" ihrer Ziele zu bekämpfen, fügte Garn hinzu.

Einige Republikaner im Senat glauben jedoch, dass US-Präsident Joe Biden vor allem aus Angst vor einer Eskalation der Spannungen mit Russland zögert, Raketen mit noch größerer Reichweite an Kiew zu schicken. Senatorin Joni Ernst sagte zum Beispiel, die Regierung Biden sei zwar "risikoscheu", aber dennoch zu sehr auf Eskalation bedacht. Sie erklärte:

"Wir müssen sicherstellen, dass wir nicht auf Russland eindreschen."

Bislang haben die USA 16 HIMARS-Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesysteme an die Ukraine geliefert. Das Vereinigte Königreich und Deutschland haben mehrere weitere Raketenwerfer-Systeme bereitgestellt, welche dieselbe Munition abfeuern können.

Das russische Militär gab an, bisher mindestens vier der HIMARS-Abschussrampen zerstört zu haben und legte fotografische Beweise für die Angriffe vor. Sowohl Kiew als auch das Pentagon bestritten die Vernichtung, legten aber keine Beweise vor, um ihre Behauptungen zu untermauern oder die russischen Darstellungen zu widerlegen.

Mehr zum Thema - Kosovo, Ukraine, Taiwan: Das altbewährte US-Rezept zum Stiften von Chaos und Umsturz

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.