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Botschafter der ZAR kritisiert Erklärung des französischen Außenministeriums zum Attentat in Bangui

Der Botschafter der Zentralafrikanischen Republik in Moskau bemängelte die Äußerungen der französischen Außenministerin Catherine Colonna zum Anschlag auf den russischen Gesandten in Bangui. Colonna hatte diesbezüglich von russischer Propaganda gesprochen.
Botschafter der ZAR kritisiert Erklärung des französischen Außenministeriums zum Attentat in BanguiQuelle: Sputnik © Ramil Sitdikow

In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti hat der Botschafter der Zentralafrikanischen Republik (kurz ZAR) in Moskau, Leon Dodonu-Punagaza, zum Ausdruck gebracht, die französische Außenministerin Catherine Colonna versuchte sich nur zu verteidigen, indem sie das Foto eines Zettels mit Drohbotschaft vom Ort des Anschlags auf den Leiter des "Russischen Hauses" in Bangui, der Hauptstadt der ZAR, als Propaganda bezeichnete. Der Botschafter wörtlich:

"Colonna sagt, dass es angeblich russische Propaganda sei – damit verteidigt sie sich selbst. Wer sonst als die Franzosen könnte so etwas tun? Sie glaubt nicht dem offiziellen Bildmaterial, das in den Zeitungen veröffentlicht wurde. Das ist schrecklich."

Zuvor hatte die französische Außenministerin ein Foto kritisiert, das die Polizei der ZAR am Ort des Bombenanschlags auf Dmitri Syty, den Leiter des "Russischen Hauses", aufgenommen haben soll. Auf diesem ist ein Zettel mit der Unterschrift "von allen Franzosen" zu sehen und ein Aufruf an die Russen, Afrika zu verlassen. Der Diplomat erklärte diesbezüglich:

"Es waren die Franzosen, die geschrieben haben, dass alle Russen Afrika verlassen sollten. Warum haben sie ihre Soldaten aus der ZAR abgezogen? Sie haben das gemacht, und jetzt bedauern sie es."

RIA Nowosti veröffentlichte Fotos mit dem einschlägigen Zettel.

Auf einem schmalen Stück Papier steht in russischer Sprache geschrieben: "Dies ist für dich von allen Franzosen. Die Russen sollen sich aus Afrika zurückziehen." Zuvor hatte Jewgeni Prigoschin, der Gründer der Wagner-Gruppe, die in der Zentralafrikanischen Republik für Sicherheit sorgt, berichtet, dass Syty einen solchen Zettel erhalten habe.

Das Attentat auf Dmitri Syty war am Morgen des 16. Dezember verübt worden. Der Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Nach Angaben der russischen Botschaft in Bangui wurde der russische Gesandte durch die Explosion eines Postpakets schwer verletzt. Laut russischen Diplomaten, die sich auf Ärzte beriefen, habe der Gesandte eine Quetschung erlitten und viel Blut verloren. Von der lokalen Polizei wurde der Vorfall als ein terroristischer Akt bezeichnet. Die Behörde präzisierte, dass Syty zuvor zahlreiche Drohungen erhalten und sich bereits an die Polizei gewandt habe.

Am Tag vor dem Anschlag teilte das französische Verteidigungsministerium mit, dass die letzten 130 französischen Soldaten, die im Rahmen der logistischen Mission MISLOG-B in der Zentralafrikanischen Republik stationiert waren, das Land verlassen hätten. Paris hatte im Sommer 2021 beschlossen, seine militärische Zusammenarbeit mit Bangui auszusetzen. Frankreich beschuldigt das Land der Teilnahme an einer angeblich von Russland geführten antifranzösischen Kampagne.

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