Europa

EU-Kommission streicht Fördermittel für Venedig-Biennale wegen russischem Pavillon

Die Europäische Kommission hat sich endgültig dafür ausgesprochen, der Biennale von Venedig einen millionenschweren Zuschuss zu entziehen. Grund dafür ist die Wiedereröffnung des russischen Pavillons. Die Begründungen der Biennale überzeugen nicht.
EU-Kommission streicht Fördermittel für Venedig-Biennale wegen russischem PavillonQuelle: Gettyimages.ru © Carl Court

Die Europäische Kommission hat der Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) empfohlen, die Finanzierung der Biennale von Venedig zu streichen. Wie Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen auf X (Twitter) mitteilte, handele es sich um die Fördergelder in Höhe von zwei Millionen Euro. Der Betrag wurde für den Zeitraum von 2025 bis 2028 zugesagt.

Virkkunen zufolge wertete die EU-Kommission die Wiedereröffnung des russischen Pavillons nach einer Pause seit dem Jahr 2022 gründlich aus. Die Kommentare der Biennale-Organisatoren über die Notwendigkeit der russischen Präsenz bei der Ausstellung seien nicht überzeugend. Die Kultur in Europa werde mit Steuergeldern finanziert und sollte die demokratischen Werte der EU fördern und schützen, erklärte Virkkunen und betonte, dass diese Werte im heutigen Russland nicht geachtet würden.

Russland durfte zum ersten Mal seit 2022 wieder einen Pavillon in den Giardini della Biennale eröffnen, wo die Ausstellung stattfindet. Die Entscheidung stieß auf die Kritik der italienischen Regierung und der Europäischen Union. Im April strich Brüssel die Subventionen in Höhe von zwei Millionen Euro. Die italienischen Behörden entsandten Inspektoren nach Venedig, um die Situation zu untersuchen. Wie die Zeitung Financial Times berichtete, warnte die Europäische Kommission die italienische Regierung, dass die Zulassung des russischen Pavillons gegen EU-Sanktionen verstoße.

Pietrangelo Buttafuoco, der Präsident der Biennale, erklärte, dass die Ausstellung kein Gericht sei, sondern ein Garten des Friedens. Die heutige Welt bezeichnete er als "ein Labor der Intoleranz, in dem Zensur, Abschottung und Ausgrenzung gefordert werden".

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