Europa

YouTube sperrt RT Balkan

Etwa drei Wochen nach dem Start wurde die serbischsprachige Plattform RT Balkan ohne Kommentar auf YouTube gesperrt. Verstöße gegen YouTube-Richtlinien liegen nicht vor. Offenbar haben die Eigentümer des westlichen Medienraums Angst vor einer Berichterstattung durch RT.
YouTube sperrt RT BalkanQuelle: Legion-media.ru © StLegat

Die neueste serbischsprachige Nachrichtenplattform RT Balkan ist weniger als drei Wochen nach dem Start auf YouTube blockiert worden. Dies berichtet RT Balkan auf seiner Webseite. YouTube, eine Videoplattform des Mutterkonzerns Google, hat die Maßnahme nicht kommentiert.

RT Balkan berichtete am Montagabend über die Sperrung und wies darauf hin, dass das letzte auf dem Kanal veröffentlichte Video ein Interview mit dem russischen Botschafter in Serbien Alexandr Bozan-Chartschenko war. Hierin fragte der Sender RT Balkan:

"Warum haben die Eigentümer des westlichen Medienraums solche Angst vor der serbischsprachigen Berichterstattung von RT?"

Bei diesem Schritt gehe es vor allem um die Nichtfreiheit der Medien im Westen, zumal habe RT Balkan auf seinem YouTube-Kanal in keiner Weise gegen die Regeln des Onlinedienstleisters verstoßen, berichtet die serbischsprachige Nachrichtenplattform. Diese wurde am 15. November gestartet und sollte bis ins Jahr 2024 Nachrichten anbieten. Man hatte es geschafft, ein YouTube-Konto zu erstellen und Inhalte zu veröffentlichen, obwohl YouTube zuvor alle "russischen" Medien verboten hatte.

Im März waren alle RT- und Sputnik-Kanäle auf YouTube aufgrund einer EU-Anforderung auf dem Territorium der Union gesperrt worden. Im Mai sagte die Generaldirektorin des Videoportals Susan Wojcicki auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, eine neue Richtlinie für "bestätigte gewalttätige Ereignisse" sei eingeführt worden, die die "Leugnung oder Trivialisierung" des Konflikts in der Ukraine in die gleiche Kategorie wie die Leugnung des Holocaust stelle. Unterdessen sei YouTube weiterhin in Russland tätig, damit die Bürger des Landes Zugang zu "unabhängigen Nachrichten" hätten. Wojcicki fügte hinzu, eine der Lehren aus dem Konflikt in der Ukraine sei, dass "Informationen als Waffe genutzt werden können".

RT hatte YouTube im Mai auf Freischaltung seiner Kanäle verklagt. Im Oktober entschied ein Schiedsgericht in Moskau, dass die Videoplattform die Konten von RT entsperren oder eine tägliche Geldstrafe von 100.000 Rubel (1.694 US-Dollar) bezahlen muss, die sich jede Woche verdoppelt. Dasselbe Gericht hat das Vermögen von Google in Russland in Höhe von 500 Millionen Rubel (8,4 Millionen US-Dollar) eingefroren, um sicherzustellen, dass das Urteil vollstreckt werden kann.

Mehr zum Thema - Moskauer Schiedsgericht bestätigt Klage von RT gegen Google auf Entsperrung von YouTube-Kanälen

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