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Bundesregierung ruft deutschen Botschafter aus Moskau zurück

Die Bundesregierung hat den deutschen Botschafter in Moskau zu Konsultationen nach Berlin zurückgerufen. Bei diesen Konsultationen soll es um einen vor über einem Jahr angeblich erfolgten Cyberangriff auf die SPD gehen, den die deutsche Regierung jetzt einem russischen Geheimdienst zuschreibt.
Bundesregierung ruft deutschen Botschafter aus Moskau zurückQuelle: www.globallookpress.com © Ulf Mauder/dpa

Die Bundesregierung hat den deutschen Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, zu Konsultationen nach Berlin zurückgerufen. Das erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin am Montag. Hintergrund dieser Entscheidung ist demnach der Russland zugeschriebene angebliche Cyberangriff unter anderem auf die SPD am Jahresanfang 2023.

Der deutsche Botschafter Lambsdorff soll sich nach den Angaben der Sprecherin nun für eine Woche in Berlin aufhalten und danach nach Russland zurückkehren. Die Bundesregierung nehme den Vorfall "sehr ernst", teilte die Außenamtssprecherin weiter mit. Er reihe sich ein "in weitere Ereignisse in den vergangenen Monaten".

Die Bundesregierung macht eine Hacker-Gruppe namens APT 28 für einen angeblichen Angriff auf E-Mail-Konten der SPD verantwortlich. Die Hacker, die angeblich vom russischen Militärgeheimdienst GRU gesteuert würden, hätten eine Sicherheitslücke in der Microsoft-Software Outlook für E-Mail-Konten ausgenutzt.

Die angeblichen Cyberangriffe hätten sich auch gegen Regierungsstellen und Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Rüstung, Luft- und Raumfahrt und Informationstechnologie sowie gegen Stiftungen und Verbände in Deutschland gerichtet. 

Am Freitag hatte das Auswärtige Amt in Berlin wegen der angeblichen Angriffe bereits den außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland einbestellt. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hatte dazu erklärt:

"Staatliche russische Hacker haben Deutschland im Cyberraum angegriffen. Das ist völlig inakzeptabel und wird nicht ohne Konsequenzen bleiben."

Die russische Botschaft hatte die von der Bundesregierung erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen und in ihrer Stellungnahme vom Freitag geschrieben:

"Der Vertreter der Botschaft wies den Vorwurf der Beteiligung staatlicher russischer Stellen an dem genannten Vorfall und an den Aktivitäten der Gruppe APT 28 ausdrücklich als unbewiesen und haltlos zurück.

Die Botschaft sieht diese Demarche des Auswärtigen Amts als einen weiteren unfreundlichen Schritt an, mit dem antirussische Stimmungen in Deutschland geschürt und die russisch-deutschen Beziehungen weiter zerstört werden sollen."

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